Dienstag, 17. Februar 2015

Primitive Hirtenkultur-Regeln; really??


In letzter Zeit griff ich wieder öfter zur Bibel. Das begann ich vor ein paar Monaten, weil ich das Alte Testament nicht besonders gut kannte.
Inzwischen lese ich aber wieder das vertrautere NT und nach wie vor kann ich das nur jedem empfehlen! So wird man Atheist.
Donnerschlach, was ist das für eine Anhäufung von Nonsens.
Ich finde die Bibel noch nicht mal als reine fiction-Literatur gut.
Zu allem Übel ist sie auch noch öde geschrieben.
In der Offenbarung ist wenigstens etwas Action, aber wer steht den heutzutage noch auf so primitiven Splatter?

Und die Zahl des reisigen Volkes war vieltausendmal tausend; und ich hörte ihre Zahl. 17 Und also sah ich die Rosse im Gesicht und die daraufsaßen, daß sie hatten feurige und bläuliche und schwefelige Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer und Rauch und Schwefel. 18 Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihrem Munde ging. 19 Denn ihre Macht war in ihrem Munde; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden.
   20 Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können; 21 und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Hurerei und Dieberei.
(Off, 9)

Daß man so ziemlich alles und das Gegenteil dessen daraus lesen kann, dürfte inzwischen jedem klar sein. Deswegen hatten sich ja die Christlichen Obrigkeiten Jahrhunderte lang vehement dagegen gestemmt das Werk in jeweilige Landessprachen übersetzen zu lassen. Sie wollten sie Exklusiv-Interpretation bei ihrer Priesterschaft belassen.

Es beeindruckt mich nach wie vor, daß Milliarden Menschen derart abstruse Grundkonstrukte, wie die der abrahamitischen Religionen ernst nehmen.

Ich glaube nicht, dass die wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, schwerer zu verstehen sind als die seltsamen Geschichten, die uns von religiöser Seite nahegebracht werden. Ich frage Sie: Was ist schwerer zu verstehen? Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass wir Teil eines evolutionären Prozesses sind, der aus einfachen einzelligen Lebensformen allmählich komplexere Organismen hervorbrachte? Oder der Glaube an einen Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung (Dreifaltigkeit), dessen erster Teil (Gottvater) sich mit seinen Geschöpfen verkrachte, worauf er den zweiten Teil seiner selbst (Heiliger Geist) aussandte, um eine Jungfrau auf nichtsexuelle Weise zu schwängern, wodurch der dritte Teil seiner selbst (Jesus Christus) als aufrechtgehender Trockennasenaffe geboren wurde, um von einer historischen Besatzungsmacht hingerichtet zu werden und – ätsch – am dritten Tag wieder von den Toten aufzuerstehen? Man muss sich doch mal überlegen, welche intellektuellen Verrenkungen solche Glaubensinhalte den Menschen abverlangen. (Michael Schmidt-Salomon)

Wenn man im 21. Jahrhundert auf Basis solcher primitiven Hirtenkulturen sein Denken bestimmt, kommen wir unweigerlich zu Charlie Hebdo, Kopenhagen, IS, Taliban und Braunschweig.

Klar, die Welt wird komplizierter und unübersichtlicher. Wer geistig etwas unterbelichtet ist, mag die heimelige Zusammengehörigkeit der Religioten-Sekten mögen.

Letztendlich erscheinen mir die drei abrahamitischen Hauptströmungen aber wie Versammlungen von psychisch Labilen, die es nötig haben sich eine Identität ex negativo zuzulegen.

Leidenschaftlich haben sich Juden, Christen und Muslime die längste Zeit der Geschichte gegenseitig gehasst und bekämpft.
Durch die letzten 2000 Jahre der Menschheitsgeschichte zieht sich eine endlose Kette von religiös begründeten Kriegen und Genoziden.
„Wir sind besser als die“, der Kitt jeder Religionsgemeinschaft, rechtfertigt die Aggression gegenüber anderen religiösen Gruppen.

Nirgendwo lässt sich das besser als in der tripel-religiös-symbolischen Stadt Jerusalem und dem „Heiligen Land“ studieren.

Es kann keine Kompromisslösung zwischen Gebietsansprüchen geben, wenn sowohl Juden als auch Moslems direkt von ihrem GOTT legitimiert sind?
Noch nicht einmal die Israelische Regierung kann Jüdische Siedler vertreiben, wenn diese sich direkt auf Gott berufen.
Christen, die als Erfinder des Antisemitismus letztendlich den Holocaust verursachten und als Islamophobe über Jahrhunderte Kreuzzüge und Genozide an Muslimen durchführten, sind verständlicherweise weder die natürlichen Verbündeten von Juden oder Muslimen in Palästina.

Dennoch, auch im Heiligen Land können die drei Religionen zusammen arbeiten. Nämlich dann, wenn sie einen gemeinsamen Feind haben. Vorzugsweise einen Schwächeren, auf den sie gemeinsam einschlagen können.

Als die für August 2005 geplante World Pride unter dem Motto „Ahawah lelo Gwuloth – Liebe ohne Grenzen“ stattfinden sollte, passierte das Unglaubliche:
Angeführt vom Bürgermeister Uri Lupolianski (World Pride ist „eklig, beleidigend, anstößig und provokant“) vereinten sich die führenden Geistlichen aller Religionen und hetzten gegen die Schwulen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwochabend forderten jüdische, christliche und islamische Würdenträger die Veranstalter auf, das zehntägige Fest abzusagen. Der sephardische Großrabbiner von Israel, Shlomo Amar, sagte, Homosexuelle fügten ihren Eltern viele Schmerzen zu. Auch in einer Demokratie dürfe nicht alles erlaubt sein. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, sagte, man respektiere die Freiheit der Anderen, "aber diese müssen wiederum unsere religiösen Gefühle respektieren". Es gebe "genug Spannungen in der Stadt".
Der armenisch-apostolische Patriarch von Jerusalem, Torkom II. Manoukian, betonte, Gott habe die Einwohner von Sodom und Gomorrha für ihre Homosexualität bestraft. Der muslimische Würdenträger Scheich Abdelaziz Boukhari warnte seinerseits, Gott werde die heilige Stadt bestrafen, sollten die religiösen Führer nicht gemeinsam die Veranstaltung verhindern. Auch der Apostolische Nuntius Erzbischof Pietro Sambi schloss sich dieser Ansicht an.

Als die Schwulen abgezogen waren, war die seltene Einigkeit auch schnell vorbei – man hasste sich wieder gegenseitig.

Was die Christen heute aus der Bibel heraus interpretieren, ist nicht schön.

Hobby-Hitler Lutz Bachmann mimt einen der größten Antisemiten der Weltgeschichte, nämlich Martin Luther. Das ist wiederum der Typ, für den sich Margot Käßmann und Angela Merkel so sehr begeistern.

Lutz Bachmann spielt jetzt den Reformator. Eine Liste mit zehn Thesen schlug der Pegida-Frontmann am Sonntag an die Tür der Dresdner Kreuzkirche. Darin fordert der harte Kern der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ nichts weniger als die „Reformation der Familienpolitik sowie des Bildungs-, Renten- und Steuersystems“. Vor allem aber den „Schutz, Erhalt und respektvollen Umgang mit unserer Kultur und Sprache“.

Es wird inzwischen sehr schwer Realität und Satire auseinander zu halten; Postillon oder Süddeutsche  - wer weiß das schon so genau?

Die irre Fundamentalchristin Heidi Mund, die sich für immer als größte Idiotin Deutschlands offenbarte, als sie 2013 bei der Einweihung einer Moschee randalierte und Luther-Thesen grölte, taucht auch als Peginesin immer wieder in den Medien auf.

Die evangelische Webplattform „PRO CHRIST“ gibt Frau Mund soeben jede Menge Werbefläche und läßt sie dort verkünden:

Pro Christ: Glauben Sie, dass Jesus bei Pegida demonstriert hätte?

Heidi Mund: Ich glaube, er ist in uns und mit uns. Wäre er das nicht, würde ich es nicht machen. Ich habe vor der Anmeldung unserer Demo intensiv gebetet. Wir müssen natürlich sensibel bleiben und genau auf ihn hören. Wir können uns nicht mit Schlechtem verbinden, mit jemandem, der böse Absichten hat. Das Beste, was der Bewegung geschehen kann, ist, wenn sich noch mehr Christen anschließen würden.

Dazu muß ich kurz etwas mit meiner humanistischen Bildung bramarbasieren und aus Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel „Die natürliche Tochter“ (uraufgeführt 1803) zitieren.
Dort spricht der „König“ im ersten Akt:

O diese Zeit hat fürchterliche Zeichen:
Das Niedre schwillt, das Hohe senkt sich nieder,
Als könnte jeder nur am Platz des andern
Befriedigung verworrner Wünsche finden,
Nur dann sich glücklich fühlen, wenn nichts mehr
Zu unterscheiden wäre, wenn wir alle,
Von einem Strom vermischt dahingerissen,
Im Ozean uns unbemerkt verlören.

Zu Mund, Bachmann, Luther und all den anderen irren Christen gesellt sich heute auch Angela Merkel.
Sie lobt den Prügel-Papst.

Im Gespräch mit der 31-Jährigen Theologin Sara Han läßt verkündet sie der christliche Glaube sei "in der Frage der eigenen Lebensführung eine wichtige Sache." Er gebe ihr Halt, Orientierung und Zutrauen.
Na dann….


„Eins muß klar sein; alle Religionen können nur gut zusammenleben, wenn sie auf dem Boden des Grundgesetzes arbeiten.“

Sagt Merkel.

Gut, dann kann sie die Christliche Kirche gleich zumachen.
Schon die zehn Gebote widersprechen dem Grundgesetz eklatant; Stichwort Sippenhaft und Religionszwang.