Montag, 27. Oktober 2014

100% Christen, 0% Moral



Die Deutschen und die Welt; das ist so ein Kapitel für sich.

Man weiß gar nicht so recht, ob Gröhe, von der Leyen, Dobrindt und Merkel einfach nicht wollen, oder ob sie wirklich fachlich so unfassbar unfähig sind, daß sie nicht können.

Es gibt aber Angelegenheiten, die weniger an den politischen Fähigkeiten scheitern, sondern an der völligen Amoralität des Bundeskabinetts, das zu 100% die christliche Formel „so wahr mir Gott helfe“ beim Amtseid benutzte. 100% der Minister sind Christen. Einige Figuren wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder oder Nahles oder Steinmeier oder Gröhe sind sogar ausgesprochen fromm.
Von der Leyen setzte sich schon in Niedersachsen massiv für „Kinder und Kirche“ ein, brachte als Bundesministerin mit Kardinal Sterzinsky und Bischöfin Käßmann eine Initiative für mehr Gebete in den Familien auf den Weg. Eifernd propagiert Ursula von der Leyen die Erziehung nach christlichen Werten meldete der SPIEGEL 2006.
Vier Jahre später versuchte sie sogar die Erziehung ALLER Kinder in Deutschland christlich zu gestalten.

Ursula von der Leyen möchte christliche Werte wieder zum Fundament der Erziehung machen. Mit Vertretern der christlichen Kirchen trifft sie sich in Berlin zu einem "Bündnis für Erziehung" - Juden und Muslime sind ebenso wenig eingeladen wie Lehrer, Erzieher oder Eltern. […]
Es sei "im höchsten Maße irritierend", dass die Ministerin zum Auftakt ihres Bündnisses ausschließlich die christlichen Kirchen einlade, kritisierte GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke.
Von der Leyen wolle "anscheinend in einem exklusiven Kreis mit den christlichen Kirchen festlegen, was wertvolle Erziehung ist". Gerade bei einem solch sensiblen Thema müsse es aber einen gemeinsamen Dialog aller gesellschaftlichen Akteure geben.


Es ist zu vermuten, daß die streng gläubige Protestantin gern wie einige ihrer Ministerkollegen eine Führungsrolle in der EKD übernehmen würde, um dort mit Göring-Kirchentag, Beckstein und Käßmann um die Wette zu frömmeln.

Leider ist für von der Leyen durch das gewaltige Vermögen, das beide Familienzweige, also die Albrechts und die von der Leyens zusammentrugen eine Mitgliedschaft in der offiziellen evangelischen Kirche unmöglich. Ihr Kirchensteuerbeitrag wäre immens.
Also ist von der Leyen ebenso wie ihre wohlhabenden frommen Kolleginnen Kristina Schröder und Erika Steinbach in einer beitragsfreien Freikirche, die Vermögende aufnehmen, ohne sie mit acht oder neun Prozent „Kirchensteuer“ zur Kasse zu bitten.
Gerade diejenigen, die sich so stark für die Kirchensteuerverquickung des Staates aussprechen, meinen damit aber in der Regel einen Zwangsbeitrag für die Ärmeren.
Die richtig Reichen handeln entweder große Rabatte mit den Diözesen aus, oder aber entziehen sich wie von der Leyen komplett der innerchristlichen Solidarität.

Aber kommen wir zurück zu politischen Moral des Christenkabinetts.

Moralisch wurden auch und gerade Militäreinsätze begründet.
Elf Jahre Bundeswehr in Afghanistan bedeuteten in den letzten vier bis fünf Jahren, daß die deutschen Soldaten ihre Unterschlupfe nicht mehr verließen. Sie verbrachten in der Mehrzahl ihre gesamte Einsatzzeit aus Sicherheitsgründen innerhalb ihres Camps.
Denn draußen, im richtigen Afghanistan ist es zu gefährlich. Da könnte ja einer schießen. Da müßte erst einer für Sicherheit sorgen, bevor die Bundeswehrsoldaten ihre Bunker verlassen könnten. Und wer sollte das sein?
Die Bundeswehr geriet dadurch in Abhängigkeit von einheimischen Helfern, die alle gefährlich Aufgaben übernahmen und als Übersetzer dienten.
Es mußte in der Regel viel nackte Verzweiflung herrschen, bevor ein Afghane sich der Bundeswehr als Hiwi andient. Die wiedererstarkten Taliban verhängen gegen solche „Kollaborateure“ die Todesstrafe.
Ein bekanntes Problem vieler Invasionsarmeen, die auf einheimische Hilfe angewiesen sind.
Die US-Armee und die Briten bieten ihren Helfern deswegen Schutz an und fliegen sie aus, wenn ihre Leben bedroht sind.
Das ist auch das Mindeste.

Der fromme Christ und ehemalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière sieht es genauso.

Sie haben für Deutschland ihr Leben riskiert - tausende afghanische Helfer von Bundeswehr und deutscher Entwicklungshilfe. Dafür gab die Bundesregierung ihnen ein einfaches Versprechen: Deutschland ist ein Land, das Dankbarkeit kennt. Ein Land, das auch in Zukunft für ihre Sicherheit sorgt. "Für den Fall, dass Sie bedroht sind - latent oder offen - bieten wir Ihnen auch Schutz in Deutschland. Darauf können sich alle verlassen", sagt der Bundesinnen- und frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Video seines Ministeriums.

Da die Bundeswehr nun tatsächlich abzieht, kommt es zum Schwur.
Viele Mitarbeiter der Deutschen in Afghanistan sehen sich massiven Todesdrohungen ausgesetzt.
Und wir lernen, was die Versprechen der frommen Christenminister wert sind: Nämlich GAR NICHTS!

Deutschland lässt afghanische Helfer im Stich
Afghanische Ortskräfte waren unsere Helfer - zum Beispiel als Dolmetscher. Jetzt drohen ihnen die Taliban mit dem Tod. Trotzdem wird ihnen die Ausreise nach Deutschland oft verweigert.
[…]  Für afghanische Ortskräfte wurde in Berlin bereits vor einem Jahr ein einheitliches Verfahren eingeführt. Die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: 1.105 sogenannte Gefährdungsanzeigen wurden bisher bearbeitet, 60 Prozent dieser Anträge afghanischer Mitarbeiter wurden abgelehnt, weil eine "besondere" Gefährdung nicht vorliege. […] So wurden nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" Anträge trotz konkreter Drohungen abgelehnt. Und das, obwohl die Afghanen in Taliban-Gebieten für die Deutschen tätig waren. "Oft erschließen sich für mich die Ablehnungen nicht", sagt Pro-Asyl-Anwalt Victor Pfaff. Vor allem, wenn es sich um Dolmetscher handle, "wo also jeder hingehen und zuschauen kann und die betreffende Person erkennen kann". Konkrete Gründe für die Ablehnung werden meist nicht mitgeteilt, die Entscheidungen sind rechtlich kaum anfechtbar.
"Hier trifft deutsche Bürokratie auf afghanische Wirklichkeit", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach dazu und warnt: "Wenn sich herumspricht, dass man noch eine zweite Lebensversicherung braucht, wenn man bei den Deutschen arbeitet, weil die sich anschließend zu wenig um die Mitarbeiter kümmern, dann ist das auch eine Gefährdung für unsere Einsatzkräfte in der Zukunft." Der ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) hält den Umgang mit afghanischen Helfern für skandalös. "Wir stehen ganz einfach in der Pflicht, diese Menschen, die sich in jeder Hinsicht für Deutschland eingesetzt haben - für die Soldaten, für die Entwicklungshelfer - jetzt ganz unbürokratisch und schnell aufzunehmen."
Gerade de Maizière, der jetzige Innen- und frühere Verteidigungsminister, könne hier schnell handeln - wenn er wirklich wolle. "Aber offensichtlich fehlt hier auch der Wille", meint Robbe. […]

Man kann gar nicht so viel fressen,….


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