Freitag, 2. März 2018

Trump kann nichts, auch nicht Wirtschaft.

Der selbsternannte „Dealmaker“ mit dem dicken Hintern und dem orange-farbigen Mob auf der Birne, hat wie beinahe alles in der Politik auch die Businesswelt nie verstanden.
Er hält parasitäres Geschäftsgebaren für vorbildlich, weil das seiner zutiefst egomanen und destruktiven Persönlichkeit entspricht.
Ein guter Deal ist für Trump ein Vertrag, bei dem sein Geschäfts-Partner genötigt und betrogen wird.
Die Prinzipien vom beiderseitigen Nutzen, von der Nachhaltigkeit und dem Allgemeinwohl sind ihm völlig unbekannt.
Der erpresst Geschäftspartner, er droht mit Prozessen, er betrügt, lügt und er bezahlt nicht. Er lässt Handwerker auf ihren Rechnungen sitzen, hinterlässt verbrannte Erde.
Die New Yorker High Society, die vielen so viel reicheren Milliardäre der Börsenhauptstadt der Welt fanden Trump seit Jahrzehnten außerordentlich amüsant. Bei dem grotesken Protzer kommt Stimmung auf.
Aber niemand machte mit ihm Geschäfte, weil jeder weiß wie unseriös, unzuverlässig und niederträchtig Trump agiert.
In der großen weiten Wirtschaftswelt ist dennoch genug Platz für Trump. Er ist ein Milliardär der niederen Chargen, verfügt über keinerlei weltbewegendes Knowhow wie etwa Microsoft, Apple, Google, Amazon. Er produziert keine technischen Innovationen, keine Medikamente. Und Trump ist auch bei weitem nicht so reich wie etwa Gates oder Buffett oder Bloomberg oder Bezos.
Der Geschäftsmann Trump ist ökonomisch verkraftbar für die Welt, es gibt immer genügend Doofe, denen er seinen billig in China produzierten Tand andrehen kann.

Als Präsident müßte man allerdings die Gesamtwirtschaft im Auge haben. Wenn einer auf Kosten eines anderen einen lukrativen Deal macht, ist das kurzfristig gut für den einen und kurzfristig schlecht für den anderen.
Langfristig ist es aber für alle schlecht, da das Vertrauen zerstört wird und der eben Betrogene den Fehler nicht immer wieder machen wird.

Die deutsche Bundesregierung begreift das auch nicht so recht, wenn sie sich immer mit den Exportüberschüssen brüstet. Dabei ist eine Exportstärke nichts anderes als eine Importschwäche.
Wenn durch Exporte laufend sehr viele Milliarden ins Land gezogen werden, fehlen diese Gelder in anderen Ländern. So haben wir Griechenland mit auf dem Gewissen. Die Weltökonomie kann nicht existieren, wenn alle nur exportieren.

Noch blöder ist nur der Depp im Weißen Haus, der Handelskriege ganz toll findet. Man gewänne sie ganz leicht und lebe dann dauerhaft auf Kosten der anderen Nationen.



Er denkt eindimensional und kurzfristig.
Daher hob er auch Umweltschutzbestimmungen auf, erlaubte Ölbohrungen in Naturschutzgebieten.
Für Trump ist Wirtschaft nichts anderes als Ausbeutung. Daß man Länder, die Umwelt oder Ressourcen nicht endlos ausbeuten kann, begreift er nicht und sägt begeistert an dem Ast auf dem Amerika sitzt.

Die allgemeine politische und ökonomische Inkompetenz des Weiße Hauses ist so gewaltig, daß sich die EU erst gar nicht bemüht mit Trump ins Gespräch zu kommen.
Stattdessen versucht es Herr Juncker mit gezielten Tritten in die Genitalien der GOP-Strippenzieher im Kongress. Zölle auf Whiskey und Motorräder.
Vielleicht kann er sie so aufschrecken, daß sie Trumps Strafzollpolitik torpedieren.
Willkommen im globalen Kindergarten.

[….] Dabei ist die Reaktion der EU auf die neuen Handelsbarrieren gar nicht so drollig, wie es zunächst scheint. Betroffen wären möglicherweise auch Produkte aus den Wahlkreisen von Paul Ryan, republikanischer Sprecher des Repräsentantenhauses, und Mitch McConnell, Mehrheitsführer im Senat. McConnell vertritt Kentucky, Heimat großer Bourbon-Whiskey-Hersteller. Und Ryan ist auf Stimmen aus Wisconsin angewiesen, wo Harley-Davidson seinen Firmensitz hat.
Handelspolitische Cruise Missiles sozusagen, mit exakt programmierter Zielangabe zur Vermeidung größerer Kollateralschäden - die wird Trumps Idee, wie zuvor schon ähnliche Maßnahmen von George W. Bush, dank explodierender Stahlpreise im US-Arbeitsmarkt von ganz alleine entfalten. Beispielsweise wird, ganz ohne Zoll, das technisch hoffnungslos veraltete Alteisen aus Milwaukee noch teurer, als es ohnehin schon ist.
Es sind also im Handelshandgemenge die USA nicht so recht zu packen. Und wenn, dann vor allem symbolisch. Zwar ist es von hohem Unterhaltungswert, ausgerechnet Jack Daniel's und Harley-Davidson hierzulande teurer zu machen. Weltweit sind sowohl die Spirituose als auch das Motorrad im engeren Sinne sowieso nicht als Getränk oder als Fahrzeug unterwegs - sondern als traditionelle und ideelle Botschafter des "American Way Of Life". Darüber hinaus aber gehören die Flasche und das Moped zu den wenigen US-Produkten, die überhaupt noch im Ausland zirkulieren und dort auch angefasst werden können. [….]