Donnerstag, 10. August 2017

Zweieinhalb Minuten vor Zwölf.


Immer wieder verblüffend, daß ich 30 oder 35 Jahre gelebt habe, ohne das Internet zu vermissen. Mir fehlte nichts, ich fühlte mich gut informiert.
Nun bin ich mal wieder 36 Stunden dank meiner Lieblingsfirma O2 komplett offline und muß schon fast zum Valium greifen vor Ärger nicht ins Netz zu können.
Anderthalb Tage ohne Internet und ich verpasse fast den Atomtod.
Die Doomsday Clock stand die letzten Jahre auf drei Minuten vor Mitternacht und wurde gestern um 30 Sekunden weiter vorgestellt – Dank Trump.
In Trump kommen drei sehr ungute Faktoren zusammen, welche offensichtlich die kritische Masse überschreiten.

1.) Dank seines Amtes ist Trump unfassbar mächtig.

 [….] "Trump hat uneingeschränkte Autorität über den Einsatz von konventionellen und nuklearen Waffen gegen Nordkorea", sagte [der Sicherheitsexperte für Nuklearwaffen an der Universität Princeton Bruce] Blair. "Ich glaube, dass gerade beide Optionen geprüft werden und diese Vorbereitungen die Akzeptanz des Militärs gegenüber Trumps Autorität reflektieren, beides auszuüben."  Trump besitzt die alleinige Autorität, Nuklearwaffen nur mit einem einzigen Anruf zu starten, erklärte Blair der HuffPost. Da es keine "Checks and Balances" auf diese Autorität gebe, könne kein Veto des Kongresses oder des Supreme Court etwas dagegen ausrichten.
Trump könnte unüberlegt eine Katastrophe ausüben. Mit seinen tausenden Sprengköpfen sei das Präsidentenbüro der Vereinigten Staaten eine "nukleare Monarchie", erklärte Blair bereits letztes Jahr. Trump als "Commander in Chief" besäße "nahezu uneingeschränkte Power, nukleare Waffen auf jedes erdenkliche Regime und Land regnen zu lassen", was "hundert Millionen Leben in nur wenigen Stunden auslöschen könnte." [….]

2.) Dank seiner Stupidität und Ignoranz ist Trump unfassbar dumm.


Gluttony, lust, GREED, pride, sloth (policy), wrath, envy...
 […..]  Presidents have an obligation to be intelligent and informed. Trump is neither. At least that's a distraction from his scandals and failures.
[…..] The president of the United States calls world leaders and asks them, “How many people do you have?” Not only does he not know the populations of Malaysia and Indonesia, but he doesn’t know how to Google “the populations of Malaysia and Indonesia.” […..] His wrongness is constant. “For the last 17 years Obamacare has wreaked havoc,” he erroneously proclaimed the other day. This was after his interview with the New York Times, in which he asked his interviewers when Obamacare was enacted and, moments later, declared, “I know a lot about health care (garbled).”
[…..] Unfortunately, Trump doesn’t compensate for his ignorance with humility or principles. In both domestic and foreign policy, he doesn’t know what he’s doing or why he’s doing it, which is why he does so many things — from health care to divulging state secrets about covert programs on Twitter — so badly. That he proclaims his failures successes shows that he is not only ignorant, but arrogantly so. [….]

3.) Dank des Regierungschaos‘ in Washington können neben dem ob seiner Mikro-Aufmerksamkeitsspanne nicht zu briefenden Trump auch die anderen White-House-Staffer nicht informiert werden, da alle Expertenstellen immer noch vakant sind. Es gibt keinen US-Botschafter in Seoul, es gibt keine Sekretäre für Südost-Asien bei Tillerson; hunderte Posten sind nicht besetzt, es gibt überhaupt keine Korea-Experten.

[…..] Mr. Tillerson was supposed to know that leaders of large organizations should quickly pick a trusted team, focus on big issues, delegate small ones and ask for help from staff members when needed.
He has done none of those things, his critics contend.
Instead, he has failed to nominate anyone to most of the department’s 38 highest-ranking jobs, leaving many critical departments without direction, while working with a few personal aides reviewing many of the ways the department has operated for decades rather than developing a coherent foreign policy.
“The secretary of state has to focus on the president, his policies and the other heads of government that he deals with, which means he cannot possibly run the department operationally himself,” said R. Nicholas Burns, a retired career diplomat and an under secretary of state for President George W. Bush. “He has to delegate, and that’s what’s missing now.” [….]

Trumps gesamtes Kabinett ist so ahnungslos ob der gefeuerten ehemaligen Führungsstäbe, daß sie noch nicht mal wissen welcher Minister eigentlich für was zuständig ist.

Trump erklärte gestern, er habe am erstens Amtstag die Nuklearmacht modernisieren lassen.
Ein glatte Lüge; unnötig zu erwähnen.
Aber interessant ist, daß keiner in der Administration eine Ahnung zu haben scheint, wer eigentlich dafür zuständig wäre.

 […..] Zwar ist das Pentagon für ihre Lagerung und ihren Einsatz zuständig, über das Strategic Command in Nebraska. Doch Entwicklung, Design, Produktion und Tests obliegen dem Energieministerium - eine wesentliche Tatsache, die sowohl Trump wie auch seinem neuen Energieminister Rick Perry zunächst wohl unbekannt war.
Perry, ein Ex-Gouverneur von Texas, hatte im Wahlkampf sogar verkündet, das Energieministerium abschaffen zu wollen. Medienberichten zufolge war er nun schockiert, dass er auch für die Nuklearwaffen verantwortlich ist: Zwei Drittel seines 30-Milliarden-Dollar-Haushalts entfallen auf deren Schutz und Instandhaltung - darunter die konstante Überwachung des Uran- und Plutonium-Materials, damit es nicht in falsche Hände gerät.
Perrys Vorgänger Ernest Moniz, ein Kernphysiker, hatte sich nach Trumps Wahl angeboten, die komplexe Materie ordentlich zu übergeben. Doch die neue Regierung war daran nicht interessiert und feuerte einen Großteil der Belegschaft. Bis heute sind viele Ministeriumsstellen verwaist - darunter in der Atomwaffen-Abteilung. [….]

Und so kommt es dann zu der atombrandgefährlichen Situation, die wir jetzt haben.
Die Kims gibt es schon lange und sie wollen mit Atomsprengköpfen ihr Regime sichern. Nicht aber Selbstmord begehen.
Wer über einen höheren IQ als Zimmertemperatur verfügt, versteht das, hegt das Regime ein und deeskaliert.

Trump aber grölt unreflektiert apokalyptische Atomdrohungen hinaus.

"They will be met with fire and fury like the world has never seen ... he has been very threatening beyond a normal state. They will be met with fire, fury and frankly power the likes of which this world has never seen before."
(Orange Monster)

Das ist so ziemlich das dümmste und gefährlichste Statement, das ich einen amerikanischen Präsidenten jemals habe sagen hören”, sagte John Mecklin, Chefredakteur des “Bulletin of the Atomic Scientists”.

Kim Yong Un kann sein Glück gar nicht fassen.

[…..] Trump gibt sich Kim Jong-un als Mitspieler hin
Einen größeren Gefallen hätte er dem Diktator aus Nordkorea nicht tun können. Der Konflikt ist nun entgrenzt und womöglich nur noch schwer wieder einzuhegen. [….]

Und kaum hat Trump die Welt so richtig an den Abgrund geführt, legt er, wie immer nach.
Doubling down aus Prinzip.

[…. ]  President Donald Trump on Thursday ramped up his rhetoric on  
North Korea again, saying his warning of bringing "fire and fury" to the isolated nation may not have gone far enough.
"If anything, maybe that statement wasn't tough enough," he told reporters at his New Jersey golf club.
When asked what could be tougher than "fire and fury," the president responded: "we'll see." He also did not comment on whether the U.S. is considering a pre-emptive strike on North Korea.
"The people of this country should be very comfortable, and I will tell you this: If North Korea does anything in terms of even thinking about attack, of anybody that we love or we represent or our allies or us, they can be very, very nervous," Trump said. "I'll tell you why, and they should be very nervous. Because things will happen to them like they never thought possible." [….]

Dann mal gute Nacht – wir haben es nicht besser verdient, wenn wir so eine Type zum mächtigsten Mann der Welt machen.

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