Montag, 15. Dezember 2014

Dreck in Bayern


Rückblick; das war der Stand vor einer Woche:

Die Glaubenskrieger von Pegida stoppen
"Der rassistische Schulterschluss von biederen Wutbürgern und bekennenden Neonazis in Dresden und anderswo ist eine brandgefährliche Mischung. Das ist der Boden, auf dem Pogromstimmung gedeiht wie Anfang der 90er Jahre in Rostock. Diese Entwicklung wurde nach Kräften durch das unverantwortliche Gerede über Wirtschaftsflüchtlinge und Asylmissbrauch in den Parteien der Regierungskoalition befeuert. Rechte Rattenfänger haben so leichtes Spiel, die diffuse Unzufriedenheit gegen die als alternativlos dargestellte Politik der Kanzlerin in Hass auf alles vermeintlich Fremde zu kanalisieren", erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, zum Aufmarsch von mittlerweile 10.000 Demonstranten gegen eine angebliche "Islamisierung des Abendlandes" in Dresden. Jelpke weiter:
"Die Aktivisten von Pegida scheinen in ihrem rassistischen Eifer überhaupt nicht wahrzunehmen, wie sehr sie selbst ihrem erklärten Feindbild ähneln: Sie folgen einem vorbestraften Ex-Kriminellen aus dem Rotlichtmilieu, der sich einem Haftbefehl durch Flucht ins Ausland entzogen hatte –dort also aus ihrer Sicht ein ‚krimineller Ausländer‘ war. Sie gebärden sich wie Glaubenskrieger, wenn sie in der Hetze gegen Flüchtlinge und Migranten die Lösung politischer Probleme sehen. Und um ausgerechnet in einer Stadt wie Dresden, mit einem minimalen Anteil von Muslimen, gegen eine angeblich drohende Islamisierung Europas auf die Straße zu gehen, muss man schon ein dickes Brett vor dem Kopf haben."

Der kotbraune Human-Dreck, der sich hinter dem kriminellen Lutz  Bachmann auf Dresdens Straßen zusammenrottet, ist heute noch einmal fetter geworden.
Das nahezu ausländerfreie Sachsen ist scheinbar der perfekte Nährboden, um assistiert von der Landesregierung den xenophoben Mob zu mobilisieren.

Pegida legt zu: 15.000 Anhänger in Dresden unterwegs
[….]  Pegida-Gründer Lutz Bachmann hat sich in seiner Rede gegen die persönliche Angriffe gegen ihn gewehrt. Bachmann steht wegen seiner kriminellen Vergangenheit im Fokus der Öffentlichkeit.
[….] Pegida konnte nochmals deutlich mehr Anhänger mobilisieren. Wie eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN sagte, haben sich mehr als 15.000 Teilnehmer dem "Spaziergang" angeschlossen. [….]

Ich begrüße es außerordentlich, daß Bundesjustizminister Heiko Maas am Wochenende so klare Worte gegen die verblödeten Braunen fand und sie als „Schande für Deutschland“ bezeichnete.

Ähnlich klar drückt sich auch die LINKE-Bundestagsfraktion aus. Man müsse das Abendland vor Pedigree retten.

„Die Innenminister haben es verpasst, ein klares Signal der Solidarität mit den Flüchtlingen zu setzen“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, das Treffen der Innenminister von Bund und Ländern. Jelpke weiter:
„Der Nazi-Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Bayern unterstreicht: Wir nähern uns mit Riesenschritten den Zuständen von Anfang der 1990er Jahre, als es in Deutschland regelrechte Pogrome gegen Flüchtlinge und Zuwanderer gab.
Da genügt es nicht, sich gegen die Hetzer von Pegida zu wenden, schon gar nicht, wenn zugleich deren Mitläufern Verständnis signalisiert wird. Es hilft auch kein Lamentieren gegen rechtsextreme Rattenfänger, solange vor allem Unionspolitiker, wie jetzt erst wieder Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, gegen angebliche Asylbetrüger hetzen.
Die Hausaufgabe für die Innenminister lautet deswegen: Keine Toleranz für Rassisten. Mit einem offensiven Werben um Solidarität mit Flüchtlingen, der Abschaffung diskriminierender Sondergesetze und einer humanen Asylpolitik müssen Pegida und Hogesa in die Schranken gewiesen werden. Konkret bedeutet das mindestens die vollständige Abschaffung der Residenzpflicht, die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes und ein bedingungsloses Bleiberecht für alle mehrjährig Geduldeten.“


Statt sich aber zu schämen, heizen CSU-Politiker xenophobe Stimmungen begierig weiteran und beschimpfen nun ausgerechnet Heiko Maas.
Ausgerechnet der Mann, der für „wer betrügt, fliegt!“ steht, bei seinem erschummelten Doktortitel betrog, aber nicht flog und zuletzt eine Deutsch-im-Schlafzimmer-Pflicht anregte, reißt wieder sein Maul auf:

[…] Die CSU hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wegen seiner Kritik an der Anti-Islam-Bewegung Pegida scharf attackiert. Generalsekretär Andreas Scheuer sagte, Maas liege mit seinen Äußerungen "voll daneben". Es sei eine "ungeheure Verunglimpfung, friedlich demonstrierende Menschen, die ihre Sorgen ausdrücken, als 'Schande für Deutschland' zu bezeichnen".
Scheuer sagte, gerade der Bundesjustizminister sollte die Versammlungsfreiheit anerkennen. […] Gleichzeitig erhält die Pegida-Bewegung viel Zuspruch aus der Bevölkerung: Eine repräsentative Umfrage von ZEIT ONLINE zeigt, dass fast jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent) Verständnis für die Demonstranten hat. […]

Herr Scheuer und die anderen Dunkeldeutschen, die sich nun als „Patrioten“ gegen alles Fremde auskotzen, bestätigen noch einmal meine generelle Einstellung zum Patriotismus.

Vorhin grübelte ich wie eigentlich das Antonym zu „Patriotismus“ lautet.
Ich bin nämlich so gar kein Patriot und kann für patriotische oder gar nationale Gefühle (gegenüber Deutschland ODER Amerika) einfach kein Verständnis aufbringen.
Auch das Wort „Stolz“ liegt mir nicht. Insbesondere könnte ich keinen Stolz auf eine Nation empfinden, da ich Stolz immer mit einer eigenen Leistung verbinde.
Was aber ist weniger ein eigener Verdienst als der Zufall wo man geboren wurde?
Wie nennt man aber nun Menschen, die keine Patrioten sind?
Im Zweifelsfall googlen. Eine Internetsuche spuckt folgende Begriffe aus:

Vaterlandsverräter, Fahnenflucht, Verrat, Unzufriedenheit, Untreue, Falschheit, Wankelmut, Unbeständigkeit, Perfidie, Nestbeschmutzer, „Jemand der sich ganz schnell verpissen sollte. Er mag sein Land nämlich nicht“, Landesverräter, Idiot, Zecke,..

Nun bin ich noch unpatriotischer, nachdem ich sehe welche Konnotationen aktiviert  werden, wenn man Menschen nach dem Gegenteil von Patriotismus fragt.
Das Abstoßende am Patriotismus ist also nicht nur das penetrante Sich-mit-fremden-Federn-schmücken, sondern die mehr oder weniger latent damit einhergehende Abwertung anderer Nationen, bzw der Nicht-Patrioten im eigenen Land.
Es stimmt eben, daß die Grenzen vom Patriotismus zum Nationalismus fließend sind und Letzterer ist einer der destruktivsten Ismen, den die Menschheit hervorgebracht hat.

Immer wenn die Patriotismuskarte gespielt wird, folgt etwas Ekelhaftes. (…….)

Es ist doch immer wieder bezeichnend welche Art Mensch sich selbst als „Patriot“ versteht. Ex-Knackis und Multikriminelle wie der Hetzer Lutz Bachmann, dem sie nun Myriaden-fach bundesweit folgen. Der Pedigree-Chef verfügt offenbar über den gleichen IQ wie seine Namenkollegin Michele aus Minnesota.

In a speech that encapsulated the right-wing Minnesota congresswoman’s xenophobia and astounding ignorance, Michele Bachmann called on President Obama Friday  to “declare war” on Islam.
Speaking to the Family Research Council’s Values Voters Summit, Bachmann assailed the Obama administration’s foreign policy as bringing about “a smaller, diminished, less-powerful United States.” Blasting the notion that the rise of groups like the Islamic State (ISIS) isn’t about Islam itself, Bachmann came unhinged.
“Yes, Mr. President, it is about Islam!” Bachmann proclaimed, reinforcing the very narrative ISIS wishes to propagate. “And I believe if you have an evil of an order of this magnitude, you take it seriously. You declare war on it, you don’t dance around it. Just like the Islamic State has declared war on the United States of America.”

Bachmanns dieses Schlages gefallen offenbar auch in der alten Welt.


Deutschland, mir graut’s vor dir!

Die CIA-Folterknechte waren "PATRIOTEN", denen man für Ihren Einsatz danken müsse, meinte Georg W. Bush. Womöglich fände er für die "PATRIOTISCHEN Europärer gegen die Islamisierung des Abendlandes" ähnlich freundliche Worte. Was soll man dazu sagen? Nun, ich habe für "Keine Macht den Doofen" eine Reihe von Begriffen zur Bennenung spezieller Formen der Idiotie geprägt, u.a. "Religiot", "Ökonomiot", "Ökologiot", "Politiot" - das Wort "PATRIOT" ist in diesem Zusammenhang wunderbar selbsterklärend...
Bevor jetzt ein Shitstorm über mich hereinbricht, zwei Anmerkungen:
1. Ja, ich gebe zu, dass die obige Aussage polemisch ist. Aber, liebe Leute, mit welchen rationalen Argumenten will man Menschen gegenübertreten, die allen Ernstes das "jüdisch-christliche Abendland" retten wollen?! Ich frage mich: In welchem Paralleluniversum leben die denn?!
2. Ich bin nun wirklich der allerletzte, der die Gefahr des politischen Islam kleinreden würde, schließlich habe ich in den letzten 20 Jahren in zahlreichen Veröffentlichungen auf die Bedrohungen durch islamische Fundamentalisten hingewiesen. Dennoch (oder besser: gerade deshalb) würden mich keine zehn Pferde auf eine Pegida-Demo bringen! Fakt ist doch: Deutsch- oder Abendlandtümler verhindern das gute Zusammenleben der Menschen in ähnlicher Weise wie streng orthodoxe Muslime auf der anderen Seite. Man müsste schon "PATRIOT" sein (sprich: unter einer "vaterlandsfixierten Hirnerweichung" leiden). um diesen Sachverhalt zu übersehen...
(Michael Schmidt-Salomon via Facebook 15.12.14)