Samstag, 20. Dezember 2014

Pfui Dunkeldeutschland


 Am 16.12.2014 starben in einer Peschawarer Schule 140 Kinder unter anderem deswegen, weil sie einer PR-Kampagne fanatisierter Religioten dienten.
Anfang der 2000er Jahre gab es einen unumstrittenen islamistischen Oberterroristen; Osama bin Laden mit seiner Al Kaida.
9/11 samt der amerikanischen Reaktion (Abu Ghraib, Guntanamo, Baghram…) darauf wurden zu größten Werbekampagne für eine Terrororganisation aller Zeiten. Spätestens seit der Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus aber völkerrechtswidrig bin Laden töten ließ, franst die Terrorszene immer mehr auf.
Die Nusra-Front, al-Qaida im Irak (AQI), „Kalif“ Abu Bakr al-Baghdadis IS, die Taliban und Boko Haram müssen inzwischen um Aufmerksamkeit kämpfen, wenn sie Geld und neue Mitglieder anlocken wollen.
Da muß man sich was ausdenken, um die Welt noch mehr zu schocken als die Konkurrenz-Terroristen.

Das ist für Medien weltweit eigentlich ein Dilemma.
Jeder Bericht über das Supermassaker in Peschawar ist gleichzeitig Werbung für die Taliban, deren Schlagkraft damit gewissermaßen verifiziert wird.
Möglicherweise würde man Taliban und IS effektiver bekämpfen, indem sie weltweit von der Presse ignoriert würde.
Erführe man in Westeuropa und Amerika gar nichts von ihren Taten, würden auch nicht tausende begeisterte neue Rekruten die Terrorislamisten verstärken; Geldzuwendungen blieben aus.
In der Praxis ist das allerdings wohl kaum machbar angesichts der Millionen vertriebenen und Myriaden gekillten Opfer.
Ihr Leid verdient Aufmerksamkeit und nur durch die Weltöffentlichkeit kann ihnen Hilfe zukommen.

Was aber, wenn es (noch) keine Todesopfer gibt?
Wenn Arschloch-Organisationen aus ihrem Erfolg immer mehr Erfolg generieren? Wenn sie durch die hysterische Presseaufmerksamkeit immer mehr Zuspruch der Skrupellosen und Doofen bekommen?

Pro-NRW, AfD, Pegida, NPD, Pro Köln, Hogesa und wie das rechte Pack sonst noch heißen mag, konkurrieren ebenfalls um Anhänger.
Sofern sie kriminell sind/werden, haben sich Staatsanwaltschaft, Staatsschutz und Polizei um sie zu kümmern. Das funktioniert leider mehr schlecht als recht wie man an Beate Zschäpes mörderischen Treiben über ein Jahrzehnt sieht.
Und dann sind da eine Exekutive und Judikative in Sachsen, die auf Länderebene offenbar sehr viel intensiver Antifaschisten und Demonstranten gegen rechts verfolgt, als die Nazis und Neonazis selbst.



Es ist mir aber nicht einsichtig weswegen solche Untermenschen wie Lutz Bachmann mit ausufernder Gratis-PR beschenkt werden, so daß ihr enthirnter Braunmob jede Woche mehr anschwillt.


Und richtig widerlich wird es, wenn die Konservativen dieser Republik in den zuletzt 15.000 Doofen in Dresden nur potentielle Wählerstimmen sehen und sich anbiedern.


Keine Gratis-PR für Pro-NRW, AfD, Pegida, Bogida, Dügida, Legida, NPD, Pro Köln und Hogesa!

Null Toleranz für Pegida
[…] In ganz Deutschland wächst der Protest. Medien und Politik reagieren: Sie wollen "verstehen" und "erklären". Das ist ein Fehler. Erstens ist Rassismus kein Problem der Erkenntnis, sondern eines der Moral. Und zweitens geht es weder um die Zuwanderer noch um den Islam. Es geht um den schwindenden Konsens und die zunehmende soziale Kälte in einem ungerechten Land.
Der frühere Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse, hat gesagt, die Politik müsse besser erklären, "warum wir Einwanderung brauchen". Sigmar Gabriel, Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, sagt, die Politik müsse zugehen auf all jene, "die verunsichert sind und mitlaufen". Thierse und Gabriel sind aufrechte Demokraten. Aber sie irren. Die Politik sollte den Teufel tun und die Debatte mit Idioten und Rassisten suchen. Denn ein Idiot oder ein Rassist ist jeder, der an einer Demonstration gegen die "Islamisierung des Abendlandes" teilnimmt.
[…] Muslimen die Schuld am Anti-Islamismus in die Schuhe zu schieben, ist ebenso perfide, wie die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen. Die verfehlte Siedlungspolitik Israels hat mit dem Antisemitismus ebenso wenig zu tun wie die Verbrechen des "Islamischen Staates" mit dem Anti-Islamismus. Das Ressentiment sucht sich seinen Weg allein. Für ihren Hass auf Muslime brauchen deutsche Spießer die Abweichungen des Islam ebenso wenig wie die Antisemiten für ihren Hass gegen die Juden irgendwelche Neuigkeiten aus Israel. Was Adorno das "Gerücht über die Juden" nannte, nährt sich selbst. Und so nährt sich heute auch das "Gerücht über die Muslime" selbst. […]

Wie ein Deutschland nach deren Vorstellungen aussähe, beschreibt heute Sibylle Berg in ihrer Kolumne und ich kann nur sagen:
Deutschland, mir graut es vor dir.